Biogas ist Zukunft 2.0 | Zwischenstand 12-09-2026

Was wir gemeinsam erreicht haben – und warum es gerade jetzt auf die nächsten Schritte ankommt

Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,

manchmal lohnt es sich, mitten auf einer langen Strecke kurz auf den Kilometerzähler zu schauen. Nicht, um stehen zu bleiben – dafür ist die politische Wegstrecke zum EEG 2027 noch viel zu spannend –, sondern um festzustellen: Wir sind ein sehr gutes Stück weitergekommen.

Seit dem Start unserer Kampagnen 1 und 2 haben wir Kräfte gebündelt, politische Türen geöffnet, wissenschaftliche und juristische Argumente auf den Tisch gelegt und aus allgemeinen Forderungen immer konkretere Lösungsvorschläge gemacht. Vor allem aber haben wir Gesprächsplattformen in Berlin und in den Bundesländern aufgebaut, die uns jetzt in der entscheidenden Phase weiterhelfen. Kurz gesagt: Aus einer Initiative ist eine Stimme geworden, die gehört wird. Vor allem bei der unmittelbaren Mitgestaltung eines würdigen EEG 2027!

Oktober 2024 – Es begann mit einer einfachen Idee: gemeinsam lauter sein
und: “Lass es zu, Berlin!” zu sagen.

Am 9. Oktober 2024 startete „Biogas ist Zukunft. Schon heute!“. 216 Unterstützerinnen und Unterstützer, damals noch mit der Schirmherrschaft des Fachverbandes Biogas, machten aus vielen einzelnen Stimmen eine gemeinsame Plattform für Betreiber, Unternehmen und engagierte Persönlichkeiten.

Die Botschaft war ebenso einfach wie wichtig: Biogas kann verlässlich Strom und Wärme liefern – und damit einen entscheidenden Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten. Was heute beinahe selbstverständlich klingt, musste damals politisch erst einmal wieder auf die Tagesordnung gebracht werden.

Januar 2025 – Und plötzlich bewegte sich tatsächlich etwas

Der Bundestagsbeschluss zum Biomassepaket am 31. Januar 2025 war ein wichtiger Meilenstein für die Branche. Natürlich wäre es vermessen, einen politischen Erfolg einer einzigen Kampagne zuzuschreiben. Aber gemeinsam mit Verbänden, Unternehmen und politischen Fürsprechern haben wir mit der ersten Kampagne “Biogas ist Zukunft. Schon heute!’ dazu beigetragen, den Handlungsbedarf sichtbar zu machen und Verbesserungen voranzubringen.

Die vielleicht wichtigste Erkenntnis daraus: Fachlich fundiertes Engagement, Beharrlichkeit und eine gemeinsame Stimme können politische Prozesse beeinflussen. Eine ganz nützliche Erfahrung, wie sich 2026 zeigen sollte.

Anfang 2026 – Aus 1.0 wurde 2.0. Und die Aufgabe wurde größer.

Mit „Biogas ist Zukunft 2.0“ haben wir die Kampagne konsequent auf das EEG 2027 ausgerichtet. Diesmal ohne Schirmherrschaft des Fachverbandes, gleichwohl mit sehr guten Verbindungen zu den relevanten Verbänden, darunter auch zum BEE. Aktuell stehen 92 Unterstützer hinter der Kampagne. Das ist eine starke Basis – und, freundlich formuliert, noch keine natürliche Obergrenze (2024/25 waren es 216). Denn diesmal geht es um mehr als 2024/25: Wir arbeiten an den Rahmenbedingungen eines neuen EEG!

Im Mittelpunkt steht eine Perspektive, die inzwischen immer konkreter wird: Bestehende Biogasanlagen können zu hochflexiblen Speicherkraftwerken weiterentwickelt werden. Sie produzieren Strom nicht einfach irgendwann, sondern möglichst dann, wenn das Stromsystem ihn braucht.

Damit aus dieser Idee investierbare Realität wird, verbinden wir politische Gespräche, wissenschaftliche Grundlagen, rechtliche Prüfung und Öffentlichkeitsarbeit. Die Kampagne hat dafür sowohl die FAU-Metastudie als auch ein juristisches Gutachten der Kanzlei BBH beauftragt. Beide Arbeiten stützen die strategische Ausrichtung und die zentralen Forderungen der Kampagne. Und: diese evaluierten Hintergrundinformationen werden von der Politik genutzt!

Frühjahr und Sommer 2026 – Weniger Behauptung, mehr Beleg

Die FAU-Metastudie und die Aufbereitung weiterer Untersuchungen haben unsere fachliche Grundlage deutlich verbreitert. Ergänzend flossen juristische Bewertungen sowie Erfahrungen aus Anlagenbetrieb und Netzanschlusspraxis in die Kampagnenarbeit ein.

Das klingt zunächst nach viel Papier. Der entscheidende Punkt ist aber ein anderer: Wir können politischen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern heute wesentlich konkreter antworten. Welche Leistung kann flexible Bioenergie bereitstellen? Welche Investitionsbedingungen braucht sie? Und wie lassen sich Hemmnisse beim Netzanschluss überwinden? Aus politischen Forderungen werden damit zunehmend umsetzbare Vorschläge.

Sommer 2026 – Die Argumente verlassen den Schreibtisch

Wir haben unsere Anliegen für sehr unterschiedliche Adressaten aufbereitet: für Abgeordnete und Fraktionen, Ministerien und Landespolitik, Fachöffentlichkeit und Medien. Persönliche Anschreiben, Gesprächsbriefings, Positionspapiere und verständliche Darstellungen energiewirtschaftlicher Zusammenhänge verfolgen dabei immer dasselbe Ziel: komplizierte Sachverhalte so klar zu machen, dass daraus politische Entscheidungen werden können. Und: diese Argumentationsbasis wird von uns direkt in Gesprächen und sog. Schalten adressiert und im Dialog mit den politischen Entscheiderinnen/Entscheidern auch fachlich besprochen.

Im Mittelpunkt steht nicht allein das Interesse einer Branche. Es geht um verlässliche Energie, regionale Wertschöpfung, nutzbare Wärme und eine geringere Abhängigkeit von fossilen Energieimporten. Auch mediale Plattformen und Multiplikatoren – darunter Tagesspiegel Background – wurden- und werden in diese Arbeit einbezogen.

August 2026 – Politik funktioniert über Argumente. Und über Gesprächswege.

Ein Schwerpunkt lag deshalb auf der Verbindung von Landes- und Bundespolitik. Über hochkarätige Kontakte unter anderem in Bayern, Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen haben wir daran gearbeitet, die Anliegen der Kampagne in weitere politische Gesprächskreise und bis auf die oberste politische Ebene zu tragen.

Gleichzeitig sprechen wir auch Ansprechpartner unterschiedlicher Parteien an. Versorgungssicherheit ist schließlich keine Frage des Parteibuchs – und ein tragfähiges EEG 2027 sollte es ebenfalls nicht sein. Unser Ziel bleibt deshalb eine möglichst breite politische Unterstützung für praktikable Lösungen.

September 2026 – Jetzt wird aus Argumenten Paragrafenarbeit

Inzwischen liegt die Arbeit in verdichteten Handreichungen, Zahlenvergleichen und konkreten Vorschlägen für die parlamentarische Beratung vor. Die Debatte wird damit erfreulich praktisch. Drei Punkte stehen besonders im Mittelpunkt:

  • Verlässliche Ausschreibungsvolumina, damit bestehende Anlagen eine Zukunft haben und Investitionen möglich werden.
  • Eine tragfähige Finanzierung der Flexibilisierung, damit aus vorhandenem Potenzial tatsächlich zusätzliche steuerbare Leistung entsteht.
  • Praktikable flexible Netzanschlüsse, damit vorhandene Leistung nicht an theoretischen Netzgrenzen hängen bleibt, obwohl sie systemdienlich betrieben werden könnte.

Gemeinsam mit unseren politischen Ansprechpartnern bereiten wir die nächsten Fachgespräche und die Abstimmung mit den zuständigen Berichterstattern vor. Genau hier entscheidet sich, ob gute Argumente am Ende auch ihren Weg in gute gesetzliche Regelungen finden.

Zwischenstand zum 12. September 2026 – Viel erreicht. Noch nicht am Ziel.

Wir haben ein belastbares Unterstützernetzwerk aufgebaut, politische Zugänge entwickelt und unsere Forderungen fachlich wie rechtlich konkretisiert. Damit steht heute eine Grundlage, auf der sich in der parlamentarischen Phase wirksam weiterarbeiten lässt.

Das ist kein Schlussbericht – ganz im Gegenteil. Es ist ein Zwischenstand. Denn die eigentliche Aufgabe liegt jetzt darin, aus wissenschaftlich belegtem Potenzial, politischer Gesprächsbereitschaft und konkreten Änderungsvorschlägen verbindliche Verbesserungen im EEG 2027 zu machen.

Und vielleicht ist genau das die freundlichste Pointe dieses Zwischenstands: Biogas muss nicht erst erfunden werden. Die Anlagen stehen da, die Menschen können es, die Technik ist verfügbar und die Argumente liegen auf dem Tisch. Jetzt braucht es einen gesetzlichen Rahmen, der dieses Potenzial auch nutzen lässt. Und kluge Abgeordnete, das Parlament, um dieses Potenzial gesetzgeberisch zu verankern.

Dass wir bis hierher gekommen sind, verdanken wir auch Ihnen. Ihre Unterstützung ermöglicht die kontinuierliche Arbeit der Kampagne – fachlich, politisch und öffentlich. Dafür danken wir Ihnen herzlich.

Wir bleiben dran. Denn aus „Biogas ist Zukunft“ soll nicht nur eine gute Überschrift werden, sondern ein Stück Energiepolitik, das funktioniert im Gesamtsystem der deutschen Energieversorgung und deren Sicherheit.

Herzliche Grüße,
Elmar Thomassek und die Kampagneros
Kampagnenleitung
„Biogas ist Zukunft 2.0“

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